Video/Installation

to hand. a projection for the palm

Die Videoinstallation besteht lediglich aus einem Minibeamer. Da eine fixe Leinwand fehlt, muss die Betrachterin ihre Handfläche als Projektionsfläche benutzen, um das Video sehen zu können. Die Sichtbarkeit des Werkes hängt somit tatsächlich von der körperlich Präsenz der Betrachterin ab. Auf ihrer Handfläche erscheint die sich bewegende, tastende Hand der Künstlerin. Eine unmögliche Berührung entsteht in der Interaktion der Besucherin mit den Lichtstrahlen des Beamers.

2017 | 7´loop | Video auf Handfläche

sewing screens

In der Videoinstallation zeige ich mich selbst beim Nähen mit einer Nähmaschine. Der Arbeitsprozess besteht aus dem Nähen derjenigen Projektionsflächen, auf welche in der Rauminstallation die Videos projiziert werden. Das Verhältnis von Bild und materiellem Bildträger ist somit eng miteinander verknüpft: kein Video ohne Projektionsflächen und keine Projektionsflächen ohne Video. In der Installation können der Nähprozess und das fertige Ergebnis nur gleichzeitig und miteinander verbunden, betrachtet werden. Gleichzeitig zieht sich die Laufrichtung des Stoffes installativ im Ausstellungsraum fort und die Leinwände werden auf zwei Ebenen in die begreifbare Nähe der Betrachterin gerückt: Einerseits durch die extremen Naheinstellungen in den Videos, welche gleichsam die haptische Wahrnehmung evozieren; Andererseits durch die materiell vorhandenen Stoffe im Raum.

2017 | 15´40´´ | 3 Kanal Videoinstallation, Stoffe

Universum

„Universum“ ist eine Art Dokumentarfilm.
Eine Forschungsreise durch das eigene Zuhause.
Alltägliche, vertraute Gegenstände werden aus ihrem Umfeld herausgenommen.
Übergroß projiziert werden sie zu Bergen, Gärten, Höhlen. Zu Landschaften.
Eine absurde, bizarre Welt entsteht.

2015 | ca 2´loops | Videoinstallation

but apart from that everything is quite ok

Verwendet wird found footage Material, das von den österreichischen Fernsehnachrichten „Zeit im Bild“ des Senders ORF2 stammt. Circa einen Monat lang wurden Nachrichten über die Geschehenisse in der Ukraine gesammelt und chronologisch aneinander montiert, wobei nur vor Ort aufgenommenes Bildmaterial verwendet wurde.
Zu hören ist eine private Skype Konversation zwischen meiner Tante in der Ukraine und mir in ukrainischer/russischer Sprache mit englischen Untertiteln. Es ist eine banale, alltägliche Unterhaltung. Meine Tante erzählt über ihre Arbeit, ihren Sohn, darüber, was sie in den ukrainischen Nachrichten sieht, über ihr eigenes Verhältnis dazu usw. Die Konversation endet schließlich mit der konfusen Beschreibung einer Himmelsbeobachtung.
Den Nachrichtenbildern des ORF wird eine persönliche Perspektive, mit welcher sich die ZuschauerInnen identifizieren können, hinzugefügt. Es entstehen Parallelen zwischen Bild und Tonmaterial: der Soldat im Graben, könnte mein Cousin sein, die Gasverhandlungen der EU beeinflussen direkt den Preis, den meine Tante monatlich zahlen muss usw.

2015 | 18´ | Video mit Ton

worn out landscapes

In der Installation „worn out landscapes“ sind unterschiedliche Landschaftsbilder zu sehen, die typische, idealisierte Aufnahmen des Yosemite Nationalparks wie etwa den bekannten Tunnel View zeigen. Zu hören sind Naturgeräusche, durch welche die Echtheit der Videobilder suggeriert wird. Die gezeigten Aufnahmen sind jedoch nicht der Wirklichkeit entnommen: Es sind auf T-Shirts gedruckte Naturmotive, Merchandisingprodukte, welche von Menschen überall hin getragen werden können.
In „worn out landscapes“ beginnt die Landschaft zu arbeiten. Jedes Bild und somit jedes T-Shirt wurde von einer anderen Person getragen. Je nach Körperform und Atemrhythmus entstand eine individuelle Landschaft, die von der jeweiligen Person abhängt. Die Installation besteht aus sechs Bildschirmen, die im Raum verteilt stehen und diesen für sich einnehmen. Ein Monitor entspricht somit einer Person, einem Körper.

2014 | je 2´ loop | Videoinstallation auf 6 Monitoren

undo

„undo“ ist aus der Empörung heraus entstanden, dass Künstlerinnen, vor allem jene, die sich textiler Medien bedienten, lange Zeit von der Kunstgeschichte ignoriert wurden oder in Vergessenheit geraten sind. Die Erkenntnis, dass das künstlerische Techniken wie die Stickerei oder die Weberei als Handwerk abgetan werden und dass dies in ein direktes Verhältnis zum Geschlecht der Künstlerin gebracht wird, haben mich zu einer Auseinandersetzung mit dieser Thematik bewogen. Für das Video „undo“ wurden zuerst zahlreiche Namen von Textilkünstlerinnen quer durch die Kunstgeschichte recherchiert, zu Papier gebracht und übernäht. Das Video zeigt schließlich die dichte Naht, die wieder aufgelöst wird, eine Löschung, die rückgängig gemacht wird und auf diese Weise die darunter befindlichen Namen ins Gedächtnis rufen soll. Das Unlesbare und Versteckte wird (wieder) enthüllt.

2014 | 6 min | Video