dima
  • Gestures of Collecivity

    photographic installation, light sensitive paper,focusing cloth / 90 cm x 160 cm (variable) / 2018
    Die Grundlage der prozessualen Installation Gestures of Collecivity ist ein Stück lichtempfindlichen Fotopapiers, das auf einem großen Tisch positioniert wird. Darüber ist ein Einstelltuch gebreitet – jenes Hilfsmittel aus den Tagen der Großformatfotografie, das einen dunklen Raum erschafft und dadurch das Sehen und Adjustieren des Bildes ermöglicht. Während das bedeckte Zentrum des Papiers vor Lichteinfall geschützt wird, verfärbt sich der freiliegende Teil im Laufe der Ausstellung. Die Ausstellungsbesucherinnen sind angehalten, das Tuch anzuheben, um das Bild sehen zu können. Dieses stellt sich dabei als der abstrakte fotografische Abdruck des Einstelltuches selbst heraus. Wenn die Betrachterin das Tuch zurücklegt, verändert sich der Grenzverlauf der vor Lichteinfall geschützten Fläche und somit auch der fotografische Abdruck, den die nächste Betrachterin sehen wird. Gestures of Collecivity thematisiert als performative fotografische Installation den kollektiven Prozess des Bildschaffens in unserer Gegenwart, in der sich nicht nur Diskurse, sondern auch die mit ihnen verbundenen Bilder in einem stetigen Wandel befinden. Mit jeder Geste der Betrachtung wird die gesehene Fotografie zerstört und zugleich eine neue kreiert. Die Reflexion darüber, was als Bild gelten kann, auf welche Weisen Bilder produziert werden und wer es ist, der*die über die Veränderung ihrer Kontexte bestimmt, wird in Gestures of Collecivity als kollektivierte Erfahrung körperlich zugänglich gemacht. Simon Nagy, 2018
    The basis of the processual installation Gestures of Collecivity is a piece of light-sensitive photographic paper. On top of the paper lies a focusing cloth - a tool used in the field of large format photography to keep off sunlight thus enabling the focusing and adjustment of the image itself. As the central part of the paper is covered and therefore protected from light, the exposed parts are changing their colour in the course of the exhibition. Exhibitions visitors are encouraged to lift the cloth in order to see the image beneath it. What becomes apparent is the abstract photographic imprint of the fabric itself. By putting the cloth back, the edges of the covered paper shift and the image visible to the next viewer becomes a different one. This performative photographic installation addresses the collective process of image creation in our present time, where not only discourses but also the related images are in a constant state of flux. By each gesture of the viewer, the current image is destroyed and at the same time a new one is created. The reflection on what is considered an image, how images are produced and who determines the transformation of their contexts becomes in Gestures of Collecivity bodily accessible as a collective experience. Simon Nagy, 2018 Simon Nagy, 2018