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  • on image devotion (storing collective gestures)

    Installation / lichtempfindliche Fotopapiere, Gläser, Farbe, Podeste / unterschiedliche Größen / 2019
    In ihrer Installation on image devotion (storing collective gestures) thematisiert die Künstlerin nicht zuletzt auch den Umgang mit Bildern. Aufgewachsen in der Ukraine, beobachtete Newkryta die Bilderverehrung in orthodoxen Kirchen. Die Ikonen, meist Repliken der ursprünglichen, dienen als Platzhalter, um mit einer Gottheit oder einem übersinnlichen Wesen in Kontakt zu treten. Typische Handlungen der Verehrung sind das Küssen der Bilder oder das Stirnauflegen. Die Berührungen hinterlassen Spuren von Körperfett, die in den Kirchen mittels beiliegender Tücher entfernt werden. Ausgehend von einem konkreten gesellschaftlichen Kontext, verweist Newkryta durch die Abstraktion in ihrer Übersetzung auf die Wertigkeit, die wir Bildern auch in anderen Bereichen zusprechen. Vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Drangs, unseren unmittelbaren Erfahrungshorizont durch Fotografien auszuweiten, beschrieb Susan Sontag dies eindrücklich: „Ein Foto ist zugleich Pseudo-Präsenz und Zeichen der Abwesenheit. [… ] Die Fotografie des Geliebten, im Geldbeutel einer verheirateten Frau versteckt, das Fotoposter eines Rock-Stars [sic], über dem Bett eines Halbwüchsigen an die Wand geheftet, […], der Schnappschuß von den eigenen Kindern, den ein Taxifahrer an der Blendschutzscheibe befestigt hat – solch talismanartiger Gebrauch von Fotos drückt eine Mischung aus Sentimentalität und verborgenem Glauben an magische Kräfte aus: Er ist ein Versuch, mit einer anderen Wirklichkeit Fühlung aufzunehmen oder sie für sich zu beanspruchen“. Juliane Bischoff, 2019
    In her installation on image devotion (storing collective gestures) Olena Newkryta addresses the social interaction with images. Born and raised in Ukraine, she observed iconolatry in Russian orthodox churches. There ikons, mostly replica of an original, serve as a placeholder for communication with a deity or a kind of supernatural being. Characteristic gestures of veneration include kissing the physical picture or touching it with ones forehead. That corporeal contact leaves bodily traces of fat on the glas of ikons which are usually removed afterwards with an enclosed tissue. Based on that specific societal context Newkryta is referring to the value we attribute to images also in other realms through the abstraction in her translation. In view of the societal urge to expand our range of immediate experience through photography, Susan Sontag is impressively describing: „A photograph is both a pseudo-presence and a token of absence. [… ] The lover’s photograph hidden in a married woman’s wallet, the poster photograph of a rock star tacked up over an adolescent’s bed, […], the snapshots of a cabdriver’s children clipped to the visor—all such talismanic uses of photographs express a feeling both sentimental and implicitly magical: they are attempts to contact or lay claim to another reality.“ Juliane Bischoff, 2019