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  • Re-Building Ruins in Reverse

    filmessay in 6 chapters, 29´30´´, language: Ukrainian (en/de subs), UA/AT 2020

    In a village in southern Ukraine, the Soviet architecture is disembowelled brick by brick to the outside. Its remnants circulate in the community and in the landscape. And with them: Fragmented memories, traces of private biographies and vestiges of past ideologies, which are inscribed into the material. Here, the vacancy becomes a shared resource which is slowly being unbuilt: Piece by piece, the standardised floor plans of the former residential building are dissolving; Little by little, its walls are dismantled by individuals who build new architectures from the extracted modules. The physical interventions in the masonry and the subtraction of built structures reflect the reappraisal of the Soviet history long overdue. The reuse and re-contextualisation of its material generate possible visions of futures to come.

    Re-Building Ruins in Reverse documents in six chapters the formation process of my installation in public space being built from reused bricks of the former Soviet „Khrushchyovka“. While chapter by chapter the sculptures grow out of the material remains, the voice-over draws fragile lines between the ruins of the past and the ruins of the future. Fragmentarily she speaks about socialist ideas on communal living, about the consequences of the political upheaval when a comprehensive privatisation process of resources and infrastructure began and about the formation of new structures which develop from the remnants of the past.


    In einem Dorf in der südlichen Ukraine entleert sich die sowjetische Architektur Ziegel für Ziegel nach außen. Ihre Reste zirkulieren in der Gemeinschaft und in der Landschaft. Und mit ihnen: Fragmentarische Erinnerungen, Spuren privater Biografien und Überbleibsel vergangener Ideologien, welche sich in das Material eingeschrieben haben. Hier wird der Leerstand zur geteilten Ressource, die allmählich zurückgebaut wird: Stück für Stück werden die standardisierten Grundrisse des ehemaligen Wohnbaus aufgelöst; Nach und nach werden seine Wände von Individuen, die aus den herausgelösten Bausteinen neue Architekturen bauen, aufgebrochen. In den körperlichen Eingriffen in das Mauerwerk und der Auflösung der gebauten Strukturen spiegelt sich die überfällige Aufarbeitung der sowjetischen Geschichte. In der Wiederverwendung und Re-Kontextualisierung seines Materials werden mögliche Visionen der Zukunft formuliert.

    Re-Building Ruins in Reverse dokumentiert in sechs Kapiteln den Bauprozess meiner künstlerischen Installation im öffentlichen Raum, die aus den wiederverwendeten Ziegelsteinen der sowjetischen „Chruschtschowka“ entstand. Während Kapitel für Kapitel die Skulpturen aus den materiellen Überbleibseln wachsen, zieht die Stimme aus dem Off brüchige Linien zwischen den Ruinen der Vergangenheit und den Ruinen der Zukunft. Fragmentarisch erzählt sie von den sozialistischen Ideen des gemeinschaftlichen Wohnens, von den Folgen des politischen Umbruchs, als ein umfassender Prozess der Privatisierung von Ressourcen und Infrastruktur begann sowie von der Entstehung neuer Strukturen, die aus den Resten der Vergangenheit geschöpft werden.